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Reihe "Kirche und Gesellschaft"

15. Mai 2019

Nr. 460 Auf der Grundlage gemeinsamer Werte
Das Narrativ der Wertegemeinschaft und das Ethos der Europäischen Union
von Armin G. Wildfeuer

 

Die Leitideen, die dem Zusammenwachsen der europäischen Völker zu Grunde liegen, sind stets in Bewegung gewesen. Während in den Anfängen der Europäischen Union das Narrativ der Friedens- oder Wohlstandsgemeinschaft im Mittelpunkt der Verträge stand, entwickelt sich seit dem Vertrag von Maastricht (1993) eine sogenannte „Wertegemeinschaft“ zum identitätsstiftenden Kern Europas. Das aktuelle Heft der Reihe „Kirche und Gesellschaft“ greift dieses Narrativ der Wertegemeinschaft kritisch auf, indem es dessen Begründung nicht nur geschichtsphilosophisch reflektiert, sondern auch neu ausrichtet. Es legt dar, wie die europäischen Staaten trotz der religiös-kulturellen Grundlagen, die sie im Laufe ihrer Geschichte hervorbrachten, in Barbareien, Kriege sowie eklatante Ungerechtigkeiten verfielen und zieht daraus den Schluss, dass das politische Projekt Europa auf der Erfahrung der vielen Katastrophen aufbauen müsse. Das Heft, das dann die eigentliche Bedeutung des Begriffs „Wertegemeinschaft“ skizziert, schließt mit einem Blick auf das Ethos der Europäer, welches in seiner Mehrdimensionalität vorgestellt wird.