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Amosinternational

30. November 2018

Heft 4 Steuergerechtigkeit

 

Steuern erfüllen in modernen Industrienationen eine Vielzahl von Funktionen. Sie sollen u.a. Staatseinnahmen sichern, konjunkturstabilisierende Anreize bieten oder soziale Umverteilungsaufgaben wahrnehmen. Dementsprechend zeigt sich oft ein ambivalentes Verhältnis der Bürgerinnen und Bürger zum Steuerstaat. Einerseits werden von ihm umfassende Sozialleistungen erwartet, andererseits wird er aber auch als Feind betrachtet, dem man möglichst viele Steuergelder vorenthalten möchte. Die neue Ausgabe von Amosinternational greift diese Thematik auf, indem sie einige ihrer wichtigsten Felder sozialethisch reflektiert.

  • Matthias Möhring-Hesse fragt, ob der deutsche Staat an Souveränität zur Durchsetzung der Steuerpflicht verliert. Neben entsprechenden Indizien liefert der Beitrag eine Reihe von Gründen, weshalb es einer ebenso kompetenten wie funktionsfähigen Finanzverwaltung bedarf.
  • Graeme Maxton widmet sich der Rolle, die das Steuerwesen beim Übergang zu einer ökologisch erneuerten Gesellschaft spielen kann. Er legt dar, wie beispielsweise Ressourcen- oder Emissionssteuern schädigende Wirtschaftsaktivitäten eindämmen und damit als Instrument für mehr Nachhaltigkeit fungieren.
  • Andreas Fisch spricht Gerechtigkeitsdefizite bei der Verteilung von Steuerbeiträgen und Sozialabgaben an. Da diese soziale Ungleichheiten verstärken, plädiert er für eine Neujustierung des Steuerstaates, durch die Privilegien für wenige Reiche abgeschafft werden und Bezieher geringer bzw. mittlerer Einkommen wesentlich weniger zahlen.
  • Attiya Waris schildert am Beispiel Kenias die steuerpolitische Situation von Entwicklungsländern. Hier wird deutlich, dass die Länder des Globalen Südens auch finanzwirtschaftlich eng mit den Strukturen der Weltwirtschaft verbunden sind und die Industrieländer einen wesentlichen Beitrag zu weltweiter Steuergerechtigkeit leisten können.


Ein Interview mit je einem Vertreter des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) und des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) zu Fragen einer gerechten Steuerpolitik rundet das Heft ab.