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Amosinternational

21. August 2018

Heft 3 Wohnen

 

Steigende Mieten, Verdrängungsprozesse sowie entsprechende Proteste haben die Wohnungsfrage wieder auf die politische Agenda gesetzt. Doch nicht nur in Deutschland ist das Grundbedürfnis zu wohnen oft nur unzureichend erfüllt. Die vor allem in den Entwicklungsländern zu beobachtende Urbanisierung führt zu bisher ungelösten Wohnraumfragen, die uns alle tangieren. Das neue Heft der Zeitschrift Amosinternational greift diese Problematik aus der Sicht der katholischen Soziallehre auf und erörtert sie in fünf Schwerpunktaufsätzen.

 

  • Martin Schneider nähert sich dem Thema, indem er sozialethische Konsequenzen aus einer Anthropologie des Wohnens zieht. Der individuelle Anspruch auf „die eigenen vier Wände" wird dadurch als Voraussetzung für die Wahrnehmung von Bürgerrechten rezipiert, die die Erschaffung einer urbanen Allmende ermöglichen kann.
  • Claudia Mahler/Michael Wolff gehen konkret auf die Wohnungsnot in Deutschland ein und zeigen die Diskrepanz zwischen der rechtlichen und faktischen Lage: Auch wenn die Bundesrepublik bereits 1976 das Menschenrecht auf Wohnraum rechtsverbindlich anerkannt hat, ist die Wirklichkeit durch teils gravierende Defizite gekennzeichnet.
  • Bernhard Emunds/Julian Degan entwickeln wirtschaftsethische Überlegungen, um bezahlbaren Wohnraum für alle bereitzustellen. Dabei plädieren sie für die Besteuerung von Bodenwertzuwächsen und erläutern, warum bestehende Instrumente wie die Mietpreisbremse keine Eigentumsbeschränkung sind.
  • Andreas B. Becker setzt sich kritisch mit dem Agieren kirchlicher Wohnungsbauunternehmen auseinander. Er legt dar, wie diese in den ersten Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg zu bezahlbarem Wohnraum beitrugen, nun aber in wachsendem Maß eine renditeorientierte Geschäftspolitik betreiben.
  • Georg Stoll fokussiert die politischen Herausforderungen, die aus dem Wohnen in den Megacities des Globalen Südens resultieren. Der Autor fordert, dass auch informelle Siedler die Anerkennung als vollwertige Bürger erlangen und an der Erarbeitung städtebaulicher Konzeptionen beteiligt werden.