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Amosinternational

16. Februar 2018

Heft 1 Digitalisierung gestalten

 

Wie die meisten technologischen Entwicklungen führt auch die Digitalisierung zu tiefgreifenden Veränderungen in der Gesellschaft. In der Arbeits- und Wirtschaftswelt sowie in vielen anderen Lebensbereichen vollzieht sich ein fundamentaler Wandel, dem die einen mit Freude und Euphorie, die anderen eher mit Distanz und Skepsis begegnen. Die neue Ausgabe von Amosinternational greift diese Thematik in fünf Schwerpunktaufsätzen auf, indem sie die digitalen Umbrüche aus sozialethischer Perspektive reflektiert.

  • Günter Wilhelms fokussiert im besonderen den Veränderungsdruck in der Arbeitswelt und fordert sozialstaatliche wie auch arbeitsrechtliche Maßnahmen, um die Umgestaltungsprozesse für den Einzelnen verträglich zu gestalten. Dabei fragt er nach den Aufgaben, die der Sozialethik im Zeitalter der digitalen Revolution zufallen.
  • Vor dem Hintergrund, dass viele Bürgerinnen und Bürger sowie diverse Organisationen und Initiativen politisch im Netz aktiv sind, fragt Matthias Möhring-Hesse nach den Möglichkeiten demokratischer Beteiligung im Zuge der Digitalisierung. Für den Autor ergibt sich Beteiligungsgerechtigkeit nicht aus der „Natur" des Internets, sondern muss dort u.a. durch staatliche Interventionen geschaffen werden.
  • Michael Nagenborg thematisiert die Rolle, die die digitale Technik im Zusammenleben der Bewohner einer Stadt spielen kann. Da entsprechende Systeme über die Verteilung von Wohlstand, Vorteilen und Risiken entscheiden, sollten sie – so Nagenborg – nach ihrer Fähigkeit zur Beseitigung von Ungleichheit beurteilt werden.
  • Andreas Büsch widmet sich der digitalen Bildung in der Schule, wobei er menschendienliche Nutzungsformen der neuen Medien skizziert. Angesichts von Cybermobbing und Hate Speech setzt er Medienbildung mit Wertebildung gleich.
  • Thorsten Busch und Tobias Karcher nehmen die unternehmerische Verantwortung in Zeiten von Big Data in den Blick. Sie gelangen zu dem Ergebnis, dass Technologie weder wertneutral noch unpolitisch ist, und verweisen auf Orientierungen für ein verantwortungsbewusstes Handeln von Internet-Firmen.

Abgerundet wird das Heft mit einem Bericht über die Arbeit des kürzlich eröffneten Zentrums für Ethik der Medien und der digitalen Gesellschaft (zem::dg*), das eine Kooperation der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt und der Hochschule für Philosophie München ist.