Sie sind hier: Aktuelles der KSZ » 11. Koreanisch-Deutsches Kolloquium an der Sogang Universität in Seoul

11. Koreanisch-Deutsches Kolloquium an der Sogang Universität in Seoul

17. Oktober 2017

Vom 11.-13. Oktober 2017 fand das 11. Koreanisch-Deutsche Kolloquium an der Sogang Universität in Seoul statt. Die Kolloquien werden alle zwei Jahre abwechselnd in Südkorea und Deutschland ausgerichtet und gemeinsam von der Sogang Universität, der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt und der Katholischen Sozialwissenschaftlichen Zentralstelle organisiert. Das diesjährige Thema lautete „Solidarität".

 

Die drei Veranstaltungstage in Seoul waren gefüllt mit einem ausgewogenen und abwechslungsreichen Programm. Die koreanischen Teilnehmerinnen und Teilnehmer stellten verschiedene Projekte vor, die von einem gelungenen Austausch zwischen Theorie und Praxis zeugten. Dieser enge Zusammenhang von Theorie und Praxis ist von großer Wichtigkeit, da er darüber entscheidet, wie eine mögliche Wiedervereinigung Nord- und Südkoreas auf gesellschaftlicher und staatlicher Ebene ablaufen könnte. Insbesondere im religiösen und kirchlichen Bereich bestehen seit geraumer Zeit verschiedene Programme und Projekte der Annäherung und des gemeinsamen Gesprächs. Bei den diesjährigen Kolloquien lag der Schwerpunkt auf der Frage, wie ein solidarisches Zusammenleben dieses Vorhaben gelingend vorbereiten und voranführen kann.

 

Während einerseits die koreanischen Wissenschaftler den Fokus auf Solidarität im Friedens- und Kommunikationsprozess zwischen Nord- und Südkorea legten, konnte die deutsche Delegation von eigenen Erfahrungen eines geteilten Deutschland sprechen. Dabei kam immer wieder die besondere Bedeutung des Prinzips der Solidarität zur Sprache und wie dieses bis heute den Wiedervereinigungsprozess begleitet und weitergeführt hat. Nicht zuletzt beschrieb die deutsche Delegation aber auch die besondere Bedeutung der Europäischen Union und die bleibende Herausforderung eines solidarischen Zusammenlebens in Zeiten von Flucht und Migration sowie die damit zusammenhängende Integration schutz- und asylsuchender Personen in die europäischen Staaten. Prof. Dr. Peter Schallenberg und Marius Menke unterstrichen in ihren Vorträgen die Bedeutung des Prinzips der Solidarität aus theologischer Perspektive. Während Prof. Peter Schallenberg über den Ursprung des Prinzips der Solidarität in der päpstlichen Enzyklika Rerum Novarum in Zusammenhang mit der sozialen Marktwirtschaft referierte, gab Marius Menke einen Einblick in die enge Verzahnung des Solidaritätsprinzips mit dem deutschen Wohlfahrtsstaat. Die wissenschaftliche Diskussion wurde bei einem gemeinsamen traditionellen koreanischen Abendessen weitergeführt.

 

Prof. Klaus Stüwe bedankte sich abschließend im Namen der Gäste herzlich für die außergewöhnliche Gastfreundschaft und den überaus anregenden inhaltlichen Austausch. Das nächste Koreanisch-Deutsche Kolloquium findet in zwei Jahren in Deutschland statt.