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Amosinternational

18. August 2017

Heft 3 Ökumenische Sozialethik

 

Auch wenn die Sozialethiken der beiden großen Kirchen mit den grundlegenden theologischen Hintergrundannahmen der katholischen bzw. lutherisch-reformierten Tradition verwoben sind, hat es in der jüngsten Vergangenheit einen langen, aber erfolgreichen Weg hin zu einer ökumenischen Soziallehre gegeben. Die neue Ausgabe von Amosinternational greift diese Thematik in fünf Schwerpunktaufsätzen auf und fragt, inwiefern beiden Konfessionen heute schon ein gemeinsames sozialethisches Sprechen möglich ist.

  • Ursula Nothelle-Wildfeuer geht in ihrem Beitrag auf die erreichten Fortschritte, aber auch auf die Grenzen bei dem Bemühen um eine ökumenische Sozialethik ein. Sie plädiert für einen „differenzierten Konsens", der keine vollständige Übereinstimmung bedeuten müsse, sondern einen sogar gewünschten Pluralismus zum Ausdruck bringen könne.
  • Traugott Jähnichen thematisiert die protestantischen Wurzeln der Sozialen Marktwirtschaft, indem er die Entwicklung des entsprechenden Denkens in der evangelischen Kirche skizziert. Die hier anklingenden ökumenischen Bezüge liefern einen Hinweis auf die Übereinstimmungen, die sich auf diesem Gebiet mit katholischen Standpunkten zeigten.
  • Gerhard Wegner zeichnet die Positionen der ökumenischen Sozialinitiative 2014 sowie des Gemeinsamen Wortes zur wirtschaftlichen und sozialen Lage in Deutschland von 1997 nach. Dabei begründet er den notwendigen Kompromisscharakter derartiger Stellungnahmen und erläutert deren Ziele bzw. Intentionen.
  • Martin Büscher präsentiert Ansätze einer ökumenischen Wirtschaftsethik, die die gesamtwirtschaftliche mit der betriebswirtschaftlichen Ebene verknüpft. Zu den zahlreichen Feldern, die sich an einer solchen Ethik ausrichten, subsumiert er im betriebswirtschaftlichen Bereich sowohl die Diakonie als auch die Caritas.
  • Peter Schallenberg entwirft in seinem Aufsatz ein aktualisiertes theologisches Naturrechtsdenken und fragt nach dessen Bedeutung für eine christliche Soziallehre. Diese wende sich – so Schallenberg – stets an das Individuum, um Wege zu einem gelingenden Leben aufzuzeigen.