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Amosinternational

14. Februar 2017

Heft 1 Was darf Leben kosten?

 

Der Kosten- und Rationierungsdruck auf das Gesundheitswesen, insbesondere auf das Solidarsystem der Krankenversicherungen hält weiter an und erfordert intensive Diskurse über eine gerechte Verteilung der hier verfügbaren Ressourcen. Die neue Ausgabe von Amosinternational greift diese Thematik auf, indem sie schwerpunktmäßig die Rule of Rescue erörtert. Dieses Stichwort umschreibt eine Praxis, bei der zur Rettung akut bedrohter Menschenleben hohe Kosten nicht gescheut werden, auch wenn bei alternativem Einsatz der Mittel sehr viel mehr Menschen gerettet werden könnten.

 

Den grundlegenden Artikel des neuen Hefts hat Weyma Lübbe, Professorin für Praktische Philosophie in Regensburg, verfasst. Sie führt in die Themen- bzw. Problemstellung ein und verteidigt die Rule of Rescue gegen diverse Kritik. Es folgen zwei weitere Beiträge, die die Position Lübbes aus sozialethischer Sicht kommentieren. Markus Zimmermann, u.a. Titularprofessor am Department für Moraltheologie und Ethik der Theologischen Fakultät Fribourg, schließt sich den Positionen Lübbes an, macht aber darauf aufmerksam, dass mit der Rule of Rescue eine Reihe von Fragen offen bleiben. Auch für den Leiter der Arbeitsstelle Theologie und Ethik des Deutschen Caritasverbandes e.V., Dr. Alexis Fritz, ist die Priorität von Akutmaßnahmen unstrittig, wobei er zugleich den hohen Stellenwert von Prävention und Schadensvermeidung herausstellt. Der letzte Aufsatz von dem Arzt und Wirtschaftswissenschaftler Prof. Michael Schlander trägt schließlich zu einem besseren Verständnis der vorangegangenen Überlegungen bei, da er den Effizienzbegriff in der Gesundheitsökonomie fachwissenschaftlich erläutert.

 

Ein Interview mit Dr. Matthias Thöns, stellvertretender Sprecher der Landesvertretung NRW der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin, über Patientenwohl, Übertherapie und Intensivmedizin rundet die Ausführungen des Hefts ab.