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Diskussion über das C in der Politik

4. April 2011
Am 04. April diskutierte die Priestergruppe Johannes XXIII. im Walburgahaus in Werl mit Dr. Arnd Küppers, stellvertretender Direktor der KSZ, die Frage, inwieweit die C-Parteien noch ihrem christlichen Anspruch gerecht werden. Der provozierende Titel der Veranstaltung war: „Die Kirche und die Unions-Parteien – alte Freunde, die sich nichts mehr zu sagen haben?“
(C) Soester Anzeiger, Foto: Tobias Gebhardt

An der Veranstaltung nahmen rund 20 Priester aus vier Diözesen teil, darunter der Münsteraner Weihbischof Wilfried Theising (7.v.r.). In seinem Vortrag zeigte Küppers auf, wie stark in der Frühphase der Bundesrepublik Programm und Politik der Unions-Parteien von christlichen Wertvorstellungen, insbesondere der Katholischen Soziallehre, geprägt waren. In der postmodernen, pluralistischen Gesellschaft bestehe diese enge Verbindung nicht mehr, könne so auch nicht mehr bestehen. Das C aber bleibe mit seinem hohen Anspruch gleichsam ein Stachel im Fleisch der Unions-Parteien, eine Mahnung, die grundlegenden christlichen Werte, die erst eine demokratisch-freiheitliche Gesellschaft ermöglicht haben, weiter als Orientierungsmaßstab im Blick zu haben. Sorge bereitete den Teilnehmern, dass die Unions-Parteien ausgerechnet in Fragen des Lebensschutzes immer öfter hinter diesem Anspruch zurückbleiben. Bei Fragen wie der embryonalen Stammzellforschung und der PID gehe es um die grundlegenden Werte des Lebensrechtes und der Menschenwürde aller Menschen. Wenn sich ein Bundesparteitag der CDU nur mit denkbar knapper Mehrheit für ein Verbot der PID ausspreche, zeige das sehr deutlich den Wandel der Gesellschaft, in dem auch bisher selbstverständliche, grundlegende moralische Überzeugungen radikal in Frage gestellt werden. Andererseits gibt es auch in anderen Parteien überzeugte Christinnen und Christen, die sich sehr engagiert für den Lebensschutz einsetzen. Christinnen und Christen sind in dieser Situation aufgerufen, sich nicht in den Schmollwinkel zurückzuziehen, sondern sich nach ihren persönlichen politischen Präferenzen innerhalb aller Parteien für die Durchsetzung der grundlegenden christlichen Wertüberzeugungen einzusetzen.