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Perspektive Osteuropa: KSZ bei Tagungen in der Ukraine

15. Oktober 2012
Msgr. Prof. Dr. Peter Schallenberg bei einem Vortrag in der Universität Lutsk

Auf Einladung der Universität Lutsk und dem Vorsitzenden der Kommission Justitia et Pax Ukraine, Dr. Mykhayalo Melnyk, sprachen Prof. Dr. Schallenberg und Marco Bonacker bei der Tagung "Aktuelle Probleme der internationalen Beziehungen" aus sozialethischer Sicht über das Verhältnis von Staat und Kirche in Europa und die Integration der Ukraine in die Europäische Union. Unter dem Titel "Europa erneuern – Sozialethische Leitlinien auf politischer Ebene" betonte Prof. Schallenberg die Notwendigkeit der Anerkennung des politischen  Primates, dessen Ebene der Gerechtigkeit den Rahmen für kirchliches Handeln ermöglichen muss. Marco Bonacker ging auf die Grundintentionen der Enzyklika Caritas in veritate ein und thematisierte in diesem Zusammenhang die Rolle der Kirche in säkularisierten  Staaten. Als Diskussionsimpuls diente die Idee einer Weltgemeinschaft, die als  Menschheitsfamilie den Begriff der gegenseitigen Verantwortung unterstreicht, sowie die Forderung Benedikts XVI.  nach einer "echten politischen Weltautorität".

 

In einem zweiten Forum, ebenfalls an der Universität Lutsk, stellten sich beide Referenten offenen Fragen von Studenten der Sozialwissenschaften. Nach einem Eingangsvortrag von Professor Schallenberg zum Thema "Wertorientierte Entwicklungspolitik" standen  vor allem die Fragen nach der zivilgesellschaftlichen Zukunft und der europäischen, politischen Einbettung der Ukraine im Vordergrund. In einem anschließenden  Treffen mit der Rektorin der Universität  konnten die Herausforderungen des universitären Sektors in der Ukraine besprochen werden.

 

In einer letzten Veranstaltung fand eine Lectio magistralis an der Katholischen Universität (Lwiw) statt. Mit dem Vortrag "Christliche Soziallehre – Herausforderungen und Perspektiven heute" wurde von Prof. Schallenberg an die Wurzeln der Soziallehre in der Moraltheologie erinnert. Zugleich konnten die Studenten Rückfragen stellen, die zu  einer fruchtbaren Diskussionsgrundlage wurden. Dabei fungierte Dr. Mykhaylo Melnyk nicht nur als inhaltlicher  Vorbereiter, sondern  zugleich auch als Übersetzer. Die in diesen Tagen entstandenen Kontakte sollen nachhaltig ausgebaut werden.