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Konferenz mit Wirtschaftswissenschaftlern und Sozialethikern in Chicago

22. Juni 2012
Erzbischof Dr. Reinhard Kardinal Marx

"Toward a Moral Economy. Policies and Values for the 21st Century"

 

Im Rahmen einer Votrags- und Studienreise des Erzbischofs von München-Freising, Reinhard Kardinal Marx, fand am 31. Mai und 1. Juni 2012 in Chicago eine Konferenz von Wirtschaftswissenschaftlern und Sozialethikern aus Deutschland und den USA statt. Die Konferenz zum Thema "Toward a Moral Economy. Policies and Values for the 21st Century" wurde von der Katholischen Sozialwissenschaftlichen Zentralstelle in Kooperation mit dem Lumen Christi Institute for Catholic Thought (Chicago) organisiert. Ziel und zugleich Anliegen von Kardinal Marx war es, einen transatlantischen Dialog über sozial- und wirtschaftsethische Fragen zu initiieren, der gerade angesichts der angespannten Situation der Weltwirtschaft und den zunehmenden globalen Herausforderungen an Bedeutung gewinnt.

 

Vor einem hochrangig besetzten Plenum – so nahmen mit Roger B. Myerson und James Heckman zwei Träger des Wirtschaftsnobelpreises an der Konferenz teil – warb Kardinal Marx in seiner Eröffnungsrede an der Universität Chicago für die Einführung einer "Globalen Sozialen Marktwirtschaft". Er sei „der festen Überzeugung, dass heute in der Welt der globalisierten Ökonomie, wo die Interpendenz der nationalen Volkswirtschaften immer mehr zunimmt, auch internationale Regeln im Sinn der Ordnungsidee der Sozialen Marktwirtschaft notwendig sind.“ Zugleich versuchte Kardinal Marx die Vorurteile und das Misstrauen vieler Amerikaner gegenüber dem Modell der Sozialen Marktwirtschaft abzubauen. Die Soziale Marktwirtschaft schränke eben nicht die Freiheit des Marktes ein, sondern ermögliche erst durch ein Konzept von Ordnungspolitik wirtschaftliche Freiheit und fairen Wettbewerb. Hierin seien deutliche Parallelen zum Ziel der Anti-Trust-Gesetzgebung in den USA zu sehen.

 

In einem zweiten, als Fachtagung konzipierten Teil der Konferenz, wurde über moralische Grundlagen der Wirtschaft, die Herausforderungen der Globalisierung sowie mit den Themenbereichen der Familie, der sozialen Mobilität und der sozialen Exklusion über konkrete Problemfelder der Volkswirtschaft diskutiert.

 

Die Teilnehmer zeigten sich zum Schluss der Debatten davon überzeugt, dass der mit der Konferenz angeregte transatlantische Dialog über wirtschafts- und sozialethische Fragen ein wichtiges Zeichen dafür sei, dass sich Europäer und Amerikaner ihrer gemeinsamen Verantwortung für die politische und institutionelle Gestaltung der Globalisierung bewusst seien. In diesem Bewusstsein soll der Dialog in Zukunft fortgeführt werden.

 

Die Rede des Erzbischofs von München-Freising, Reinhard Kardinal Marx, finden Sie hier.