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Reihe "Soziale Orientierung"

Bei der Reihe handelt es sich um Veröffentlichungen der Wissenschaftlichen Kommission bei der KSZ. Die Reihe wird von Anton Rauscher in Verbindung mit Karl Forster +, Hans Maier und Rudolf Morsey herausgegeben; sie erscheint beim Verlag Duncker & Humblot in Berlin.


Der Titel der Reihe weist auf die Zweckbestimmung und Zielsetzung der Wissenschaftlichen Kommission hin, die im April 1977 ihre Arbeit aufnahm und der Wissenschaftler aus verschiedenen Disziplinen angehören: Sie sieht ihre Aufgabe darin, Forschungen anzuregen und zu fördern, die sich mit sozialen Problemen unseres Gemeinwesens befassen. Vornehmlich sollen Fragestellungen behandelt werden, die in der Gegenwart und für eine absehbare Zukunft von grundlegender Bedeutung sind. Der Begriff „sozial“ wird hier in einem umgreifenden Sinne verstanden. Es soll nicht nur um die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen, sondern ebenso um die kulturellen, rechtlichen und politischen Verhältnisse und Entwicklungen gehen, die das Leben der Menschen prägen. Veränderungen, die schon eingetreten sind oder die sich abzeichnen, stellen der Gestaltung des Sozialen neue Probleme. Über die in der aktuellen Diskussion erörterten Fragen hinaus will die Kommission auch Fragestellungen angehen, die noch zu wenig in das Bewußtsein der Öffentlichkeit getreten sind.


Mit dem Begriff „Orientierung“ soll zum Ausdruck kommen, daß die Forschungsprojekte nicht nur eine wissenschaftlich begründete Analyse der Tatbestände und der Trends sowie die Darstellung der Zusammenhänge intendieren, sondern sich auch um Kriterien für sachgerechte Lösungen bemühen wollen. Die Schwierigkeiten bei der Bewältigung der sozialen Probleme liegen häufig nicht so sehr bei Informationsdefiziten, sondern eher in der Zusammenschau vieler Teilinformationen sowie in der Ermittlung von Zielstrukturen des sozialen Handelns.


Die Behandlung der mit sozialen Handlungszielen verbundenen Wertfragen kann nicht mit dem Hinweis in Zweifel gezogen werden, die wissenschaftliche Erkenntnis habe es nur mit dem, was ist, zu tun, und die Politik müsse zusehen, wie sie mit dem, was sein soll, zurechtkomme. Seitdem die Gesellschaftswissenschaften die normative Problematik aller sozialen Handlungs- und Entscheidungsfelder neu in den Blick rücken, kann die alte Frage nach der wissenschaftlichen Begründung der Politik, auch die Frage nach der Notwendigkeit und Legitimation von Werturteilen in der Wissenschaft nicht mehr in den Bereich des Irrationalen oder der Ideologie verwiesen werden. Das erkenntnisleitende Interesse ist ein Element allen wissenschaftlichen Forschens.


Die in der Reihe „Soziale Orientierung“ vorgelegten Untersuchungen zur Gestaltung der gesellschaftlichen Verhältnisse bemühen sich um Bewertungsmaßstäbe, die sich an einem christlichen Verständnis des Menschen und der Gesellschaft ausrichten. Die Reihe soll zugleich Beiträge zur Auseinandersetzung mit Vorstellungen und Anschauungen vermitteln, die sich von anderen Wertsystemen leiten lassen. Dazu gehört nicht zuletzt die Kritik ideologischer Systeme, in deren Konsequenz eine Gefährdung der freiheitlichen Gesellschaft gesehen werden muß. Auf die klare Unterscheidung grundsätzlicher Positionen kann gerade bei einer praxisbezogenen Bearbeitung sozialer Probleme nicht verzichtet werden.